Das chaotische Single-Leben in der Großstadt
• 4.05.2007 - Was ist das nur?
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Was ist das für ein Gefühl wenn man den besten Freund
verliert? Wenn man sich so sehr gewünscht hat aus einer innigen Freundschaft
eine Beziehung machen zu können. Nur um am Ende festzustellen, das wir
vielleicht gar nicht für eine Beziehung bestimmt sind?
Der Mensch, der immer da war. Der Mensch der mit mir gelacht
und geweint hat. Jede Distanz überwunden, nur aus einem Gefühl beieinander zu
sein. Unzählige Wochenenden miteinander verbracht nur um festzustellen das wir
irgendwann, an irgendeinem Abend ein wenig mehr als Freundschaft brauchten. Dafür
zahle ich jetzt den Preis. Ich erinnere mich daran ihm gesagt zu haben dass es
so nicht weitergeht, ihn weggeschickt zu haben. Ich erinnere mich an die Tür
wie sie sich hinter ihm schloss und mich eine Ruhe umgibt die mich fast in den
Wahnsinn getrieben hat. Was ist das nur?
Die Gewissheit des Alleinseins umgibt mich. Ich habe nicht
nur diese Beziehung verloren, sondern auch meinen besten Freund und treuen
Begleiter. Was ist das nur das Männer dann so tun als wäre nichts gewesen? Als
wäre all das nichts wert gewesen. Sie lachen und machen ihre Scherze, so als
würde das Leben einfach weitergehen. Doch der der verlässt weiß es besser. Denn
dieser nimmt dem anderen das Gefühl der Schuld. Und trägt diese ganz allein.
Was ist das nur das ich an diesen Abenden zu Hause sitze und
mir den Kopf zerbreche? Während der Beziehung sind einem nur die schlechten
Zeiten bewusst, warum nach der Trennung nur die Guten? Was ist das denn für ein
Spiel in meinem Kopf?
Was bedeuten diese Zweifel? Und wer kann mir endlich eine
Antwort geben auf meine Fragen? Wann wird alles wieder gut? Wann vermisst man
nicht mehr? Wann tut es nicht mehr weh? Und wann zeigt der andere irgendeine Art
von Emotion? Was ist das nur für ein Leben?
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• 4.05.2007 - Der beste Freund
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Das letzte Date ist ja nun fehlgeschlagen. Naja,
fehlgeschlagen klingt so harmlos, es war eine Katastrophe. Nein, nicht die
Tatsache dass er mich auf hohen Schuhen einmal quer um die Alster gejagt hat.
Hallo? Frau will schön sein, zieht zwar schöne aber unbequeme Schuhe an und was
tut er; sagt wir wollen spazieren gehen, Kilometerweit. Na klar. Ich wünschte
es wäre das schlimmste gewesen. Wusste ich nicht dass der absolute Höhepunkt
noch auf mich warten würde. Er geht gern am Samstag um acht joggen. Ähm, acht
Uhr abends? Ich erspare mir die Frage. Wenn ich Glück habe liege ich samstags
um acht schon im Bett, und zwar vom Feiern am Vortag. Vorabend. Na wie auch
immer.
Netter Abschied. Wiedersehen? Sicher, man trifft sich immer
zweimal im Leben. Thema beendet. Meine Tante begegnet mir heute noch mit einem
verschämten grinsen. Sie würde ja so gern dort wohnen bleiben. Kann sie doch
auch. Wenn sie nur wüsste dass dies einer der Reinfälle von vielen war, würde
sie nicht weiter drüber nachdenken. Wie ich auch.
Es gibt schlimmeres. Den besten Freund. Der an sich ist ja
was wirklich Schönes. Über Jahre gibt es da einen Menschen mit dem man alles
teilt. Es geht mir schlecht, also rufe ich ihn an und er kommt zu mir. Es geht
mir gut, rufe ich ihn auch an und er teilt seine Freude mit mir. Im Sommer
verbringt man das Wochenende auf dem Balkon mit einem Glas Wein, redet über
Gott und die Welt. Im Winter schaut man sich DVD’s an und diskutiert darüber.
Und die Zeit dazwischen, weiß man zu überbrücken. Nichts konnte mich aus der
Bahn bringen, er war ja da. Ein Ersatz für die beste Freundin und das er ein
Mann war? Habe ich ignoriert. Die Freundschaft war perfekt. Bis zu jenem Tag.
Als ich die Nachricht erhielt das da mehr sei. Das er mit
mir zusammen sein wollte. Was tun Frauen also? Sie zitieren den armen Kerl zum
Gespräch her und da soll er auspacken. Am liebsten mit den besten
Liebesgeständnissen. Doch einen Plan dafür gibt es nicht wirklich. Vor allem
wenn jener dann vor uns sitzt und kein Wort rausbekommt. Dafür gibt es wirklich
keinen Plan, außer, den Rückzug. Gesagt, getan.
Aus dem besten Freund ist jemand geworden den man vielleicht
einmal in drei Monaten sieht, nicht mehr jedes Wochenende. Nachrichten wechseln
hin und her. Und dann setzt man ein Wochenende fest und es endet im Streit. Wer
kennt das nicht? Man will diesen einen besonderen Menschen nicht verlieren und
begreift erst viel zu spät, dass man ihn vor langer Zeit schon verloren hat. An
jenem Tag.
Nach einem Jahr voller Streit und Distanz sagt mir dieser
Mensch dann, das er mich liebt. Ohne Vorwarnung. Er sagt es einfach so. Viele
Male habe ich das gelesen, aber nie gehört. Dann erst wird mir bewusst was es
bedeutet und es treibt mir die Tränen in die Augen. Dies war doch der Mann der
mich in jeder Situation kennt, wenn ich verschlafen morgens aufwache, der mir
sagt wie hübsch ich bin, ungeschminkt. Und meine eigene kleine Welt bricht
zusammen.
Und so frage ich euch. Was soll ich tun? Was mit dem
Menschen tun dem ich alles anvertraut habe? Der mir zur Seite stand wenn ich
Probleme mit den Männern hatte. Der sich alles geduldig angehört hat. Mir
beiseite stand, in jeder verdammten Situation. Der nun der eine sein will. Was
tun in meiner eigenen kleinen Welt?
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• 19.11.2006 - Die liebe Familie
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Nun, das Single Dasein wäre ja an sich gar nicht so schlimm.
Der Job nimmt einem die meiste Zeit, den Rest verbringt man mit Freunden, oder
mit einem jener guten Freunde, dem Martini. So denkt man nicht darüber nach wie
die Zeit vergeht, denn schließlich hätte man auch für nichts und niemanden mehr
Zeit. Alles in Ordnung. Naja und das man älter wird, ist ja nicht weiter
schlimm. Die 30 ist noch weit weg und wenn man sich das oft genug sagt, glaubt
man es auch. Denke ich über den nächsten Geburtstag nach, verbinde ich diesen
nicht mit einer immer steigenden Zahl, sondern frage mich eher was für eine Art
von Party ich diesmal schmeiße. Und das raubt mir wiederum soviel Zeit, wie
gesagt.
Wäre da nicht die liebe Familie. Meine Mutter, die mich an
der Tür gleich nach der Begrüßung mit Fragen zu meinem Liebesleben löchert, die
Geschichten von fernen oder näheren Verwandten die doch alle letztens erst
geheiratet haben und bereits mit der Nachwuchsplanung beschäftigt sind. Und
überhaupt, heiratet der ganze Rest der Welt und wenn nicht das, sind sie doch
alle vergeben und das, man will es kaum glauben, seit vielen Jahren. Selbstverständlich
glücklich. Darauf folgt dann dieser Blick, fragend, skeptisch. Er besagt nur
eines: „und wann ist es bei dir soweit“. Schließlich werden wir nicht jünger
und Oma zu sein ist doch so schön. Wäre es überhaupt nicht mal schön so was kleines
Krabbelndes in der Familie zu haben. Der Vorschlag, sich einen Hund zuzulegen
zieht leider nicht mehr und die Anmerkung das sie bereits Großeltern sind, da
ich ja vier Kaninchen habe, lassen sie auch nicht mehr durchgehen.
Dummerweise kann ich nicht zaubern. Könnte ich das, wäre der
Nachwuchs mit meinem Mann Orlando bereits da. Oder Johnny. Oder eine Mischung
aus beiden. In meinem Schrank befindet sich auch kein solcher und egal wie oft
ich einkaufen gehe, anstatt einem Mann zu begegnen irre ich verstohlen zwischen
den Tiefkühlregalen umher. Nur um anschließend festzustellen dass ich mehr Geld
ausgegeben habe als ich wollte. Die Flirtbörsen werfen auch nur Dummköpfe
heraus und selbst wenn sich in der Firma die Möglichkeit ergeben würde, würde
ich es vielleicht in Betracht ziehen über einer meiner größten Prinzipien zu
springen. Aber nein.
Doch wofür hat man die liebe Familie. Anstatt das ich mit
Fragen begrüßt werde beim allwöchentlichen Besuch meiner Eltern, bekomme ich
eine E-Mail Adresse in die Hand gedrückt. Das ist jemand der dich auf Fotos
gesehen hat, jene Fotos aus dem Urlaub 1999. Da wo ich noch 20kg mehr gewogen
habe und irgendwie nichts zu retten war. Er würde dich gern kennenlernen, natürlich
nur wenn du möchtest. Und natürlich musst du dich auch nicht melden, alles
freiwillig. Dann ist da wieder dieser Blick in leicht variierter Form.
Freiwillig, natürlich. Na zu verlieren habe ich ja nichts also warum nicht. Und
was soll ich sagen, äußerst nett der Kerl. Nach dem ersten Telefonat fange ich
dann an nachzudenken. Deine Eltern vermitteln dir einen Mann? Kann ich einen
noch verzweifelteren Eindruck hinterlassen? Meine Freunde müssen ja nicht
wissen wie ich an ihn rankam und die halte ich gepflegt von der Familie fern,
kann also nichts schief gehen.
Seitdem ändert sich irgendwas. Ein längst verlorenes Gefühl
macht sich breit, die Hoffnung. Und es fühlt sich gut an. Am Freitag gibt es
das erste Treffen und ich bin sehr gespannt. Vielleicht und die Möglichkeit
besteht immerhin…hat die Familie doch etwas Gutes. Von den allwöchentlichen
Besuchen bei den Eltern mal abgesehen. Fortsetzung folgt…
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• 15.07.2006 - Das Leben in den Serien und das zu Hause
Wieso kann das Leben nicht so einfach sein wie in den Serien die man sich anschaut? Alles locker, keine Probleme und wenn es welche gibt, gibt es auch eine Lösung dafür. Ich erinnere mich an frühere Zeiten, bei der Bill-Cosby-Show, einer Familie die für alles eine Antwort hatte. Nun bin ich älter, aber dennoch kann ich keine Freundinnen wie bei Sex and the City haben, keine Mutter wie bei den Gilmore Girls.
Ich schaue mir das so gern an und dennoch macht sich jedesmal eine Art Wehmut breit. Ist das denn wirklich alles nur erfunden? Gibt es so ein miteinander nicht mehr? Die Realität sieht anders aus. Meine Freundinnen sind alles andere als spontan, ein Treffen einmal in der Woche? Na ich kann schon froh sein wenn es einmal im Monat dazu kommt. Und dann sind höchstens zwei anwesend. Ich und meine Freundin eben. Es wird getrunken, so als ob wir uns nüchtern gar nicht ertragen würden, und getratscht was das Zeug hält. Trotzdem vermag ich nicht die Tatsache zu ignorieren, das wir uns so völlig nüchtern nicht wirklich viel zu erzählen haben. War das bei den Sex and the City Girls nicht anders?
Meine Mutter, ich hab sie wirklich lieb und sie ist auch noch sehr jung. Das sind die einzige Parallelen zu den Gilmore Girls. Denn sie sieht nicht mit mir am Abend fern, sie geht nicht mit mir ins Kino und zum shoppen auch nicht. Dennoch bereue ich es nicht das meine Eltern nicht geschieden sind. Ist halt eben alles ein wenig anders.
Es ist Freitag Abend. Und ich bin allein. Meine sogenannten Freundinnen melden sich nicht. Verzweifelt und sicher auch meinem derzeitigen Alkoholpegel zu verdanken, schreibe ich irgendwelchen Typen aus der Vergangenheit. Die sich auch noch spontan sich bei mir melden zu müssen. Klasse. Morgen wird wieder ein toller Tag!
Nämlich einer dieser Tage an denen ich mich entschuldigen darf für meine Nachrichten oder besser noch, an welche wo ich mich gar nicht dran erinnere. Ich freu mich drauf.
Am besten ich gehe ins Bett und denke nicht weiter drüber nach. Und noch besser...ich suche mir einen Freund. Denn irgendwie hab ich den Eindruck, das es ohne nicht weitergehen kann. Also ihr lieben, demnächst von mir einen Beitrag über Beziehungsprobleme :))
In dem Sinne, eine gute Nacht!!
Eure Ania |
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• 6.07.2006 - Wir haben verloren!
Irgendwie komme ich damit nicht klar. Ich würde mich wirklich nicht als Fussball Fan bezeichnen, doch als ich zum ersten Mal die deutschen Fans sah, als ich das erste Spiel mitverfolgte, wusste ich, wenn du da nicht mit einsteigst, verpasst du was und wirst es auf ewig bereuen. Ich liess mich treiben, besorgte mir einen Stift mit den Deutschland-Fahnen und zeichnete mir die Farben ins Gesicht. Ich ging zum Fan-Fest in Hamburg mit und erlebte dort etwas, was ich nie vergessen werde. Eine ganze Nation hielt zusammen, wir würden miteinander feiern und weinen, tausende von Leuten die sich fremd sind, die im Alltag nicht einmal ein lächeln füreinander übrig haben. Sie haben sich umarmt, wir haben gezittert und als der Ausgleich gegen Argentinien fiel, haben wir geschrien. Und das war erst der Anfang, denn unser Sieg in diesem Spiel hat eine Freude und Zusammengehörigkeit bei den Menschen ausgelöst, die unbeschreiblich ist. Und ich war dabei, war eine von 70000, eine die gejubelt hat. Auf dem Kiez war der Wahnsinn los, die Stimmung hatte bis in die frühen Morgenstunden mitgehalten, ich habe noch nie soviele Menschen lachen sehen. Ich habe es so sehr genossen.
Und dann war es still. Alle warteten auf das nächste Spiel, die nächste Begegnung gegen Italien. Und wir waren uns so sicher. Alles war geplant, die Siegesfeier am Sonntag, ein riesiges, unüberschaubares Fest. Ich wollte es so sehr, das ich eine Niederlage gar nicht in Erwägung gezogen habe. Das Halbfinale war leider in der Woche, am nächsten Tag erwartete mein Chef das ich pünktlich in der Firma erscheine. Aber was solls, das Wochenende ist doch noch da, dann wird alles nachgeholt. Also setze ich mich gemütlich vor den Fernseher, mit meiner Girlande um den Hals und beobachte alles sehr genau. Jeden einzelnen Spieler, jede einzelne Chance. 90 lange Minuten vergehen. Weitere 30. Und eigentlich wollte ich schon aufstehen, denn es würde ein Elfmeterschießen geben und dieses würden wir gewinnen. Das stand fest. Und dann, ohne jegliche Warnung fällt ein Tor. Doch die die jubeln sind nicht wir. Ich schaue im Bild nach oben links, 119 Minuten. Wie sollen wir das schaffen? Und erinnere mich an die Worte des Kommentators: Wir können es in der Nachspielzeit noch schaffen, auch wenn es knapp wird. Sie lassen ihn nicht aussprechen. Der Todesschuss lässt es nicht zu. Und er sagt nur es ist vorbei. Meine Girlande fällt zu Boden, ich sehe unsere Jungs weinen. Und erst nach ein paar Minuten wird es mir wirklich klar: Wir haben verloren. Die Party ist beendet. Kein Grund mehr zu feiern. Eine ganze Nation weint in diesen Minuten mit mir.
Es hört sich albern an und in meinem Freundeskreis stosse ich auf wenig Verständnis. Aber diese Niederlage hat eine unbeschreibliche Leere in mir hinterlassen. Ich sehe das Spiel noch vor mir, ich höre was gesagt wurde und spüre Ballacks Tränen und diese unendlich tiefe Enttäuschung. Ich kann nicht anders, die Lieder werden aus meinem Mp3 Player gelöscht, nichts mehr mit Weltmeister. Kein Schwarz und Weiss, nichts dreht sich mehr und 54 74 90 2010 kann mich nicht wirklich trösten. Mal ganz ehrlich, wer von uns wird die Möglichkeit haben in vier Jahren nach Afrika zu reisen? Es ist so still geworden.
Und doch, ich wäre nicht ich wenn ich nicht aufstehen würde. Gut wir haben verloren, daran kann man nun nichts ändern. Was in vier Jahren sein wird kann ich nicht sagen, vielleicht erlischt meine Begeisterung für den Fussball, vielleicht bin ich hochschwanger und darf nicht feiern, vielleicht lebe ich nicht mehr. Und genau deswegen muss HEUTE gefeiert werden und wenn es eben um den dritten Platz geht. Mir sagte heute erst jemand, wer fragt schon nach dem dritten Platz? Da frage ich mich, wer fragt in zwei Jahren wer Weltmeister geworden ist? Tut das was zur Sache? Nein. Es geht nicht um den dritten Platz, es geht darum das wir, die Fans, der zwölfte Mann, dabei sind. Das wir hinter ihnen stehen und jubeln und schreien, als würde es um den Pokal gehen. Noch nie in der Geschichte hielten wir alle so zusammen. Noch nie gab es dieses WIR und noch nie mussten wir uns nicht dafür schämen. Und deswegen sage ich euch, steht auf! Unterstützt dieses tolle Team, feiert was das Zeug hält, umarmt euch und seit fröhlich. Eines hat sich geändert, selbst wenn wir den dritten Platz nicht schaffen sollten, sollten wir dankbar sein. Denn wir gewannen etwas, was nichts mit einem Pokal zutun hat.
Ich werde bei keinem Fan Fest mehr dabei sein können. Ironie des Lebens, Samstag habe ich frei und würde unheimlich gern hingehen. Doch meine Freunde nicht. Sie haben die Motivation verloren. Deswegen feiert für mich mit, weder ihren Sieg noch die Niederlage, sondern einfach nur unsere Weltmeister der Herzen!! Bevor das lächeln aus unseren Gesichtern wieder verschwindet...
Eure Ania |
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• 14.06.2006 - Belohnung mit Hindernissen
Nachdem ich mich bei meinem ersten Treffer, dem leider weniger potenziellen Mr. X, dafür bedankt habe das er mich nicht hat dumm weiterleben lassen und mich insgeheim gefragt habe wie ich nur 26 Jahre ohne diesen weisen Geistesblitz überleben konnte, entschied ich mich, das es nach all den Strapazen an der Zeit wäre für eine Belohnung. Ab und an muss der Mensch sich auch was gönnen, denn schließlich arbeite ich hart. Schon allein die Tatsache das ich meinen knackigen Hintern jeden Morgen, bei Wind und Wetter, aus meinem Bett erhebe, ist eine Belohnung wert. Außerdem habe ich vergangenen Freitag meine Wohnung aufgeräumt, das komplette Programm und das obwohl ich keinen Besuch erwartet hab. Dazu kommt das ich einkaufen war, bei schwüler Hitze und brennendem Sonnenschein. Wirklich nicht sehr angenehm. Dann die Anfahrt jeden Tag zur Arbeit, die Menschenmassen in der Bahn, der Stress mit den Verspätungen, ich meistere das alles ohne mit der Wimper zu zucken. Ein eindeutiges Ja, eine Belohnung habe ich mir wirklich verdient. Und obwohl ich Meisterin der Ausreden und Selbstverleugnung bin, suche ich die Reste meines klaren Verstandes hastig zusammen und entschließe mich spontan der Bank vorher einen Besuch abzustatten. Speziell dem Automaten für Kontoauszüge und anschließend jenem der mir das nötige Kleingeld für meine wohlverdiente Belohnung rausgeben wird. Ich habe noch dunkel in Erinnerung wie der letzte Kontostand aussah, vor Begeisterung fiel ich fast in Ohnmacht als sich vor der Endsumme doch tatsächlich ein kleines, schwarzes und doch so elegantes Plus vorfand. Es dauerte ein wenig bis ich dieses Zeichen einordnen konnte, doch als es mir gelungen ist, wollte ich der Dame an der Kasse schon um den Hals fallen und ihr sagen wie sehr ich diese Bank doch liebe und sie selbst vergöttere. Nun gut, wenn ich ehrlich bin, die Zahl hinter diesem ominösen Plus war nicht wirklich hoch. Wenn man bedenkt, Strom und Wasser, Handyrechnung und Telefonrechnung waren noch nicht runter, war sie des Pluszeichens wiederum wenig würdig. Und das obwohl doch auf meinem Konto am ersten eines jeden Monates Selbstbedienung angesagt ist. Für mich alles unverständlich. Doch diese Tatsache kann nichts an meiner Entscheidung ändern. Die Belohnung muss her, heute noch! Wie ich bereits erahnte, war bei meinem heutigen Auszug kein Plus vor der Summe. Ich ignorierte diese Begebenheit und entschied das es sich diesmal hierbei nur um einen Fehler der Bank handeln konnte. Das Geld war schnell in meiner Tasche, die Kassiererin erhielt heute nur einen missbilligenden Blick als ich das Gebäude verließ. Mit der Frage im Kopf, warum sich das Geld auf meinem Konto nicht vermehren konnte wie der Staub auf meinen Möbeln (dazu musste ich gar nicht anwesend sein) oder wie die Pfunde auf meinen Hüften (ebenfalls ohne mein Zutun) trugen mich meine Beine Richtung Einkaufsstrasse. Alle Möglichkeiten standen mir offen und ich fühlte mich mit einem Mal wie eine Göttin. Ich könnte mir Schuhe kaufen, ist schließlich Sommer und die vom letzten Jahr sehen irgendwie schon abgetragen aus. Wenn ich es genau nehme bräuchte ich eine komplette Sommergarderobe. Und wenn sie die Gezeiten neu erfinden würden, hätten wir mindestens dreimal im Jahr Sommer, zweimal Winter und jeweils zweimal Herbst und Frühling. Eine neue Bluse wäre auch schick. Oder ein Rock? Ich entscheide mich für ein nicht unbedingt günstiges Paar Sommerschuhe. Wirklich sehr schön, genauer gesagt, anbetungswürdig. Das leise schlechte Gewissen beim Bezahlen ignoriere ich gekonnt, denn schließlich habe ich es mir verdient. Stolz gehe ich mit diesem neuen Karton in dieser neuen Tüte mit diesen sehr neuen Schuhen nach Hause. Packe sie noch mal aus, ziehe sie an und veranstalte meine eigene, persönliche Modenschau vor dem Spiegelschrank. Und wenn ich näher darüber nachdenke, frage ich mich ernsthaft, warum ich gezögert habe und jedes Mal den Kampf mit mir selbst austragen muss. Nichts geht über das Gefühl sich für das verdiente Geld auch mal was gönnen zu dürfen, schließlich leben wir nicht ewig und arbeiten doch nicht nur um unsere monatlichen Kosten abzuzahlen oder? Was wäre das Leben traurig. Am nächsten Morgen gehe ich in meinen neuen Schuhen an jener Bank vorbei und das einzige was ich an diesem sonnigen Tag für sie übrig habe, ist ein verschmitztes Lächeln. |
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• 13.06.2006 - Das Single-Dasein im Großstadtdschungel
Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Ania. Ich bin 26 Jahre jung lebe im Großstadtdschungel Hamburg und bin Genießerin des täglichen Chaos um mich herum. Bevor Sie selber drüber stolpern und sich fragen ob ich jemals irgendeine Art von Rechtschreibung genossen habe, ja, in meinem Namen befindet sich ein Strich mit einem Punkt, das sogenannte „i“. Laut meinem Herkunftsland wird dieser Name so geschrieben. Ich bin mir durchaus darüber im klaren, das dies hier nicht der Fall ist. Soviel nun zur Aufklärung. Sie wissen das ich vielleicht doch was im Köpfchen haben könnte und ich weiß wie mein Name mit Sicherheit geschrieben wird.
Ich bin seit kurzem wieder Single, um genau zu sein, seitdem es wieder im Trend zu sein scheint sich bei den ersten Problemen stillschweigend aus dem Staub zu machen. Wann genau dieser besagte Trend sich durchgesetzt hat, weiß ich leider nicht, irgendwie scheine ich diese bahnbrechende Wendung verpasst zu haben.
Gut das es da noch diverse Flirtbörsen gibt, die bei mir nun wieder Hochkonjunktur haben. Vielleicht weniger um den Traummann zu finden, davon hatte ich schließlich schon ne Menge, sondern eher um das eigene Ego ein wenig aufzupolieren. Es ist durchaus nicht das erste Mal das ich in dieser Branche unterwegs bin. Wenn man es genau nimmt, findet man mich dort nach jeder gescheiterten Beziehung. Und wenn jemand da draußen sehr aufmerksam ist, kann er diese sogar zählen. Nachdem jener Mr. X mal wieder das Weite gesucht hat oder ich ihm die Tür weisen musste, habe ich mich angemeldet. Sobald der nächste Mr. X aufgetaucht ist, meldete ich mich ab. Das tut man schließlich so, könnte ja der Richtige sein und den will ich auf keinen Fall durch so was belangloses wie eine Flirtbörse verscheuchen. Besagte belanglose Börse scheint mir in meiner derzeitigen Situation weniger belanglos. Leider haben es diese Seiten so an sich das man sich nie mit ein und derselben E-Mail Adresse anmelden darf. Ich habe unzählige dieser Adressen und eigens dafür schon ein Notizheftchen anlegen müssen.
Das Anmelden war seinerzeit auch irgendwie einfacher, waren die Texte damals doch fröhlicher und gelassener. Frei nach der Einstellung, alles ist locker, alles ist toll, wenn sich was findet gut, wenn nicht dann eben nicht. Von Jahr zu Jahr ändern sich diese Texte. Hieß es früher noch man wäre nicht wirklich einsam, möchte nur etwas Spaß zu zweit ohne bedingungslose Bindung, ging über zu, eine Beziehung wäre schon schön, Spaß darf natürlich auch dabei sein, kommt heute, ich möchte an dir kleben bleiben wie die Fliege am Fenster, dich nie wieder loslassen und wehe du rennst mir davon. Gleich gefolgt von dem ganzen Programm mit Hochzeit und Kindern. Ja, der Spaß darf natürlich auch nicht fehlen.
Ich entschließe mich für einen Text aus einer Mischung von alldem, nur das Zusatzprogramm verschweige ich vorerst dezent. Die Auswahl des Fotos fällt mir nicht ganz so schwer und erfordert zum Glück auch nicht ganz soviel Zeit. Es ist eines jener Bilder, wo ich anmutig auf dem Sofa liege, in einem blassrosa Top, einem passenden Blümchenrock der meine Beine bis auf weiteres bedeckt, die Hand stützt elegant meinen Kopf und die dazugehörigen langen, seidig schimmernden Haare. Für ein Lächeln war leider keine Zeit. Die Herren der Schöpfung wissen natürlich nicht das ich für diese Pose genau 10 Sekunden Zeit hatte. Solange braucht der Selbstauslöser meiner Kamera um gnadenlos das festzuhalten was sich gerade vor seiner Linse bewegt. Und das es ein Foto von ungefähr 150 gemachten an jenem Tag ist, wobei ich die Outfitwechsel nicht weiter erwähnen muss. Aber es passt. Und es wird sicher ein Erfolg. Hochmotiviert stelle ich dieses nahtlose Profil online und warte gespannt ab.
Die erste Nachricht lässt nicht lange auf sich warten. Ein junger, gutaussehender Mann, ein potentieller Mr. X hat mir eine Mail zukommen lassen. Das Profil passt, eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Verzweiflung, auf dem Foto ist er ausdrucksstark in Szene gesetzt. Volltreffer. Ich lese die Nachricht und spüre förmlich den harten Aufprall auf dem Boden der Realität. „Hallo, mein Name ist (bestimmt nicht) Mr. X. Ich habe mir dein Profil durchgelesen und sehe es genau so wie du. Übrigens schönes Foto, was für ein bezauberndes Lächeln. Und bist du dir sicher das dein Name mit „i“ geschrieben wird?“ Nun, jetzt bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Ich schalte den PC aus und gehe ins Bett.
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Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Singledasein in einer Großstadt. Was beschäftigt uns, was rührt uns zu Tränen oder bringt uns zum lachen? Sicherlich werden sich in den Erzählungen nicht nur Singles wiederfinden!
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